Meine eigene Feldenkrais-Geschichte

Als ich Kind war, hieß es, ich sei steif, unsportlich. Sportunterricht war die Hölle!

Verschiedene Übungen waren für mich ein unüberwindliches Hindernis. Trotz meiner langen Beine konnte ich nie schnell laufen. Es erschloss sich mir nie wie ich beim Turnunterricht in bestimmte Bewegungen hineinkommen sollte. Dass ich zwei Schulterblätter habe, die sich bewegen lassen oder, dass das Becken beweglich ist, war mir nicht bewusst. Ich spürte nur, dass ich viel unbeweglicher war als meine Altersgenossinnen. Das führte dazu, dass ich Bewegung möglichst mied und mich viel lieber hinter einem Buch verkroch.

Später erlernte ich wie so viele von uns einen Beruf, der langes Sitzen am Schreibtisch und PC erforderte. Mit der Zeit spürte ich, dass ich Probleme hatte, mich zu bücken, nach langem Sitzen aufzustehen, über die Schulter zu schauen oder den Kopf zu bewegen. Mit Anfang 20 bekam ich starke Ischias- und Knieschmerzen. Röntgenbefunde ergaben einen verfrühten Verschleiß und „zu schnelles Wachstum in der Jugend“.

Nachdem unser erstes Kind sehr krank auf die Welt kam und viele Jahre mit großen Sorgen und hoher psychischer Stressbelastung folgten, kamen stärkste Nacken- Kopf- und Schulterschmerzen hinzu. Die Diagnose beim Orthopäden ergab: Bandscheibenvorfall. Es blieb nicht nur bei einem. Meine Beschwerden wurden immer schlimmer, und ich begann, starke Schmerzmittel zu schlucken, was meinem Magen gar nicht gut bekam. Manuelle Therapie und Krankengymnastik halfen nicht. Ich lief von Pontius zu Pilatus, um meine unerträglichen Beschwerden zu bessern.

Dann wurde eine Spinalkanalstenose diagnostiziert, und der Arzt sprach das erste Mal über Operation. Das jedoch wollte ich nicht mit mir machen lassen. Ich fühlte mich dazu viel zu jung. Nachdem ich in einer Spezialklinik in Bad Krozingen durch eine spezielle Therapie, verbunden mit einem besonderen physiotherapeutischen Konzept das erste Mal Besserung verspürte, richtete sich mein Augenmerk auf das Thema Bewegung.

Wo war die Ursache für meine ständig wiederkehrenden Beschwerden? Es musste doch daran liegen wie ich mich bewegte. Ich recherchierte im Internet und begegnete zum ersten Mal dem Namen „Feldenkrais“ Nach einigen Stunden Feldenkraistherapie in Einzel- und Gruppenarbeit spürte ich, dass sich etwas veränderte. Zunächst jedochl konnte ich mit den kleinen Bewegungen gar nicht so viel anfangen. Das sollte etwas bringen? Es ging jedoch nicht um Gymnastik, sondern um eine Schulung des Bewusstseins durch Bewegung. Ich begann zu verstehen.

Nach einiger Zeit fühlte ich, dass ich anfing, mich anders zu bewegen. Ich wurde mir meiner selbst viel bewusster, spürte dass ich nicht nur den Arm nach vorne streckte, um ein Glas aus dem Schrank zu nehmen, sondern dass sich dabei auch mein Schulterblatt bewegte. Wenn ich mich nach hinten umdrehte, konnte sich nicht nur der Kopf sondern auch die Schultern und das Becken mitdrehen. In dem Maße in dem sich meine Bewegungen veränderten, ließen auch meine Schmerzen nach. Es war ein langer Prozess, aber ich spürte, ich war endlich auf dem richtigen Weg. Plötzlich empfand ich Bewegung als positiv, ja als befreiend. Bewegung machte Spaß!

Diese Erfahrung hat mich geprägt. Ich spüre, ich habe es selbst in der Hand, etwas zu
verändern. Ich kann mir selbst helfen. Ich bin nicht mehr meinem Schmerz ausgeliefert.
Dieses Bewusstsein ist phantastisch und hat mir nicht nur bewusst gemacht, dass körperliche Veränderungen möglich sind sondern, dass man generell Dinge im Leben verändern kann.
Feldenkrais ist Hilfe zur Selbsthilfe.

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